Warum Atemtechniken für Manager so wichtig sind:
- Simone Thurnherr-Kleih

- 15. Aug.
- 3 Min. Lesezeit
4 Arten zu atmen - für 4 völlig verschiedene Zustände.

Gestresst? – Ausgepowert? – Leer? Warum es einen Unterschied macht, WIE du atmest und welchen Einfluss der Atem auf deine Situation hat.
Atmen ist Atmen, oder? Das dachte ich früher auch. Bis ich vor einigen Jahren erkannte: Der Atem ist die einzige direkte Schaltzentrale zu unserem Nervensystem, auf die wir jederzeit zugreifen können.

Oder hast du schon einmal deinem Herzschlag befehlen können, in einem anderen Takt zu schlagen? Oder deinem Blutdruck sich zu senken? Oder – ganz naheliegend - deine Stresshormone sich zu beruhigen? All das läuft automatisch ab, ausserhalb deiner Kontrolle. Nur an einer einzigen Stelle hat die Natur dir einen bewussten Zugang gelassen: beim ATEM.
Das ist kein kleines Detail. Das ist ein Powerknopf, den du 24 Stunden am Tag bei dir trägst. Kostenlos. Unsichtbar. Sofort einsatzbereit. Und die meisten von uns nutzen ihn NIE bewusst — wir lassen das mächtigste Werkzeug zur Selbstregulierung einfach ungenutzt liegen.
Heute nehme ich dich mit hinter die Kulissen. Ich zeige dir, was bei meinen vier Atemtechniken wirklich passiert — und wie sie dich gezielt unterstützen können.

Balancing - der Anker durch die Nase
Im Balancing Breathing atmest du langsam durch die Nase ein und aus, tief in den Bauch.
Mit der tiefen, langsamen Nasenatmung aktivierst du innert Sekunden deinen Parasympathikus – den Teil deines Nervensystems, der für Ruhe und Sicherheit zuständig ist. Zusätzlich wird die Luft in der Nase gefiltert, die Temperatur angepasst und mit Stickstoffmonoxid versetzt. Letzteres fördert die Durchblutung und erweitert deine Gefässe.
Der Sinn dahinter: Sofortige emotionale Stabilisierung, Stressabbau und das Wiederfinden deiner inneren Ruhe – besonders wenn es im Aussen stürmisch ist.

Activating - der Generator durch den Mund
Im Activating Breathing drehen wir es um und du atmest durch den Mund, tief in den Bauch ein und aus und lässt die Pausen zwischen der Ein- und Ausatmung weg.
Mit dem Activating Breathing bringst du mehr Energie und Wachheit in dein System, weil du durch das intensive Atmen kurzfristig das Verhältnis von Sauerstoff und CO₂ in deinem Körper veränderst. Kombinierst du diese Atemtechnik mit einem Breathhold (Atem anhalten), wird der Effekt noch verstärkt.
Es gibt verschiedene Atemtechniken, die sich besonders für Führungskräfte eignen. Sie sind einfach zu erlernen und können jederzeit angewendet werden.
Der Sinn dahinter: Schnelle Aktivierung, Überwindung von Tiefs und die Steigerung deiner mentalen Klarheit – besonders wenn du volle Präsenz und Leistungsfähigkeit benötigst. Kaffee ade!

Focused - der Laserstrahl
Im Focused Breathing atmest du durch die Nase ein, tief in den Bauch und durch den Mund aus. Die Pausen zwischen der Ein- und Ausatmung lässt du hier ebenfalls weg.
Diese Kombination zwischen Nasen- und Mundatmung ist clever: Beim Einatmen fokussierst du dich und signalisierst Ruhe und Präsenz. Und beim Ausatmen lässt du inneren Druck los, wie durch ein Ventil.
Der Sinn dahinter: Mentale Klarheit, innere Ausrichtung und präsente Aufmerksamkeit – immer dann, wenn Fokus gefragt ist. Der ideale Zustand, um eine schwierige Entscheidung zu treffen oder in ein wichtiges Gespräch zu gehen.

Breathwork-Journey - der Weg der inneren Transformation
Grundsätzlich atmest du bei Breathwork-Journeys im Activating Breathing, weil du damit am effektivsten und effizientesten zu den Wurzeln deiner Themen kommst. Da du zwischen 30-45 Min. aktiv atmest, werden Breathwork-Journeys im Liegen durchgeführt. Das ist also keine Übung für zwischendurch, sondern eine bewusste innere Reise.
Wie im Activating Breathing veränderst du bei einer Breathwork-Journey bewusst das Verhältnis von Sauerstoff und CO2 in deinem Körper. Dadurch kommst du in einen veränderten Bewusstseinszustand und dein Monkey Mind, dein ständig plappernder Plagegeist, kommt zur Ruhe. Du bekommst wieder Zugang zu dir selbst, deiner Intuition, deinem inneren Team. Und auch hier kann ein Breathhold den Effekt positiv beeinflussen.
Der Sinn dahinter: Tiefe Selbsterkenntnis, mentale Neuausrichtung und das Erreichen tiefer Entspannungszustände – ideal für einen umfassenden Reset und nachhaltige persönliche Transformation.

Der rote Faden
Merkst du, worum es geht? Es ist nie „einfach nur atmen".
Jedes Format ist ein Werkzeug mit einer präzisen physiologischen Wirkung — und einem klaren Zweck. Mal ziehst du die Notbremse, mal gibst du Gas, mal sammelst du dich, mal räumst du auf.
Und genau das ist der Punkt: Du besitzt diese direkte Schaltzentrale zu deinem eigenen System bereits. Sie ist immer da. Die Frage ist also nicht, ob du sie hast — sondern ob du sie nutzt.
Und Hand aufs Herz: Es wäre doch wirklich sehr schade, das effektivste, machtvollste und zudem einfachste Instrument zur Steuerung deiner Energie ein Leben lang mit dir herumzutragen, ohne es bewusst zu nutzen!
Welche dieser vier Atemtechniken spricht dich im Moment am meisten an? Lass es mich gerne wissen!




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